|
Für Freundinnen von betroffenen Frauen:
Als Freundin stellt man sich oft die Fragen:
Warum geht sie nicht weg? Wie kann ich ihr helfen? Was
soll ich denn tun?
Viele betroffene Frauen versuchen zu verschweigen, dass sie Gewalt
erleiden, weil sie nicht wissen, was sie dagegen tun können. Viele
schweigen auch aus einer Hoffnung heraus, der Mann würde sich
ändern, oder aus Angst, dass ihnen niemand glaubt. Deshalb
ist es besonders wichtig, Ihrer Freundin das Gefühl zu geben, dass
Sie hinter ihr stehen und bei ihr sind, egal was sie tut.
Werden Misshandlungen über einen längeren Zeitraum ertragen,
erschöpft dies die Betroffenen sowohl körperlich als auch
psychisch. Das Selbstwertgefühl und die Kraft, sich zu wehren,
wird geringer, die ständige Anspannung und die Angst machen krank.
Betroffene Frauen brauchen daher alle mobilisierbare Unterstützung.
Ungeduld, Vorwürfe und Aussagen wie "Wenn du
dir das gefallen läßt, bist du selber schuld" sind dabei
alles andere als hilfreich. Im Gegenteil. Sie verschärfen
die Situation, indem sie die Opfer weiter in die Isolation
drängen. Und sie bewirken, daß die Verantwortung für
die Gewalt zum Opfer statt zum Täter hinverlagert wird.
Helfen Sie Ihrer Freundin, indem Sie Ihr
Informationen über Stellen wie das Frauenhaus geben oder andere
Einrichtungen, an die sie sich wenden kann.
Sie können sie eventuell auch zu einem Gespräch begleiten.
Geben Sie ihr Mut und stärken Sie sie,
drängen Sie Ihre Freundin jedoch nicht zu Schritten, die sie nicht
gehen möchte!!!
|